Abgrenzung

Abgrenzung und Abgrenzung – ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht

Was ist Abgrenzung?
Abgrenzung hat mehrere Bedeutungen.
Ich kümmere mich in diesem Impuls um die beiden folgenden:

Abgrenzung ist:

A) eine individuelle Setzung der (sozialen) Distanz bei der sozialen Interaktion und
 
B) eine Diskriminierung, d.h. eine gruppenspezifische soziale Unterscheidung oder Benachteiligung im soziologischen, rechtlichen, gesundheitlichen und psychologischen Sinn.
 
A) bedeutet verständlich umgemünzt, dass ich mich von äusseren Einflüssen, Reizen und gewissen Schwingungen abgrenze, sie filtere, damit ich davon nicht überflutet werde. Das bedeutet zudem, dass ich von Menschen und Einladungen zu irgendwelchen Veranstaltungen, die mir gerade nicht guttun oder auf die ich keinen Bock habe, Abstand nehmen kann. Ich setze die Grenzen selbst.

A) setze ich ein, um mich selbst zu schützen.
 
B) bedeutet, dass ich aufgrund meiner Haltung, meiner Hautfarbe, meiner Sprache, meines Aussehens, meiner gesundheitlichen Werte, weil ich nicht um den Brei rumrede, weil ich polarisiere und/oder wegen meiner sexuellen Orientierung diskriminiert werde. Dies ist Abgrenzung im Sinn von Ausgrenzung. Ausgrenzung kränkt und macht auf die Dauer krank. Ich setze die Grenzen nicht selbst, sie werden mir von aussen her aufgedrückt.

B) Nehme ich nicht hin.
 

Selbstvernachlässigung
Irgendwo unterwegs auf dem Weg durch mein Leben hatte ich mich verloren. So richtig reingehauen hatte es nach meinem Outing 1999, insbesondere nach meinem unfreiwilligen. Ich kroch – das kann ich nicht mehr gehen nennen - durch die tiefsten Täler. Sah den Boden jeder Flasche, weil ich sie selbst leergesoffen hatte. Mir fehlten meine Eltern und meine Identität. Ich nahm mich nicht mehr wahr und meine Bedürfnisse erst recht nicht mehr. Ich stürzte mich in die Arbeit und auf direktem Weg in ein schweres Burnout, das elf lange Jahre (ja, wirklich!) anhielt.
Ich vernachlässigte meine eigenen Bedürfnisse völlig. Es fühlte sich toll an, sich selbst zu verdrängen und zu vergessen, wenn ich für alles Andere und die Anderen da sein konnte. Wenn etwas Negatives passierte, fühlte ich mich persönlich dafür verantwortlich. Sowohl beruflich als auch privat. Hätte ich nicht etwas tun können, um das Geschehene zu verhindern oder es für den Anderen erträglicher zu machen? Hätte ich den Anderen so beeinflussen können, dass er nicht in diese Situation gerät?
 
Wenn es meinem Gegenüber schlecht ging, durfte es mir auch nicht gut gehen. Also übernahm ich dessen Stimmung und machte mich selbst dafür verantwortlich. Ich wusste am Ende nicht mehr, wer ich selber war und verlor mich völlig. Ich fühlte mich vollkommen überfordert, verzweifelt und wertlos.
 
Zusammenbruch
Wie war es soweit gekommen? Ich bin sehr lieb – das ist wahr ;-) - und möchte natürlich auch geliebt und anerkannt werden. Dafür gab ich stets mein letztes Hemd. Ich übernahm schon früh Mitverantwortung für alles und jeden.
Ich bin sehr froh darüber, dass ich mittlerweile gesunden Anteil am Leben und an den Belastungen anderer nehmen kann.
Doch du kannst dir sicher denken, wohin das damals, als ich das noch nicht konnte, auf Dauer führte. Es war eine unmögliche Aufgabe, die mich dermassen viel Kraft kostete, dass ich mit der Zeit überhaupt nichts mehr bewältigen konnte. Und so kam es, wie es kommen musste. Meine mangelnde Abgrenzung führte schliesslich zu:
- Selbstauflösung, da ich die Anderen immer in den Vordergrund gestellt hatte;
- Selbstverlust, denn ich hatte mehr für die Anderen gelebt als für mich;
- Selbstzweifel und Selbstanschuldigung;
- körperlicher, geistiger und seelischer Überforderung, bis zum Zusammenbruch.

Als ich eines Morgens nicht mehr aufstehen konnte, weil meine Beine gelähmt waren, rollte es über mich wie eine Schlammlawine. Ich schaffte es nicht mehr, mich aus dem Morast zu befreien. Ich steckte so richtig in der Scheisse!
Bis dahin war ich für das Wohlergehen der ganzen Welt verantwortlich gewesen. Das meiner damaligen Partnerin – die sich langsam aber sicher von mir verabschiedete -, meiner Eltern, meiner Firma, meiner Arbeitskolleginnen, meiner Hochschule, meiner Nachbarn, meiner Freundinnen, der Kinder in Afrika, des verletzten Vogels auf meiner Terrasse …
In der Zeit hatte ich meine Partnerin verloren, hatte ich in nur zwei Wochen ganze 50 Überstunden geleistet, musste ich meine Bachelorarbeit planen, vermisste ich meine Eltern und war total am Ende. Mein Leben hatte keinen Sinn mehr.

Abgrenzung als Selbstschutz
Ich erwachte nach meinem Suizidversuch im Krankenhaus und erfuhr, dass mich meine damals beste Freundin dorthin gebracht hatte, nachdem sie mich in meinem Schlafzimmer aufgelesen hatte. Das liest sich jetzt nicht schön und die Systematik hinter den Dingen wurde mir erst während des Aufenthalts in der Klinik bewusst. Ich musste dringendst an meinem Selbstverständnis arbeiten.
Abgrenzung heisst für mich, dass ich bei mir bin und bleibe. Dass ich nicht jede Entwicklung, Begebenheit, Laune, Meinung der Umwelt an mich heranlasse. Ich nehme mich nicht mehr allem und jedem persönlich an. Ich bewahre meinen eigenen Kern.

 Folgendes habe ich gelernt:

- Ich achte auf mich selbst und betrachte die Dinge differenziert.
- Rat äussere ich nur dann, wenn er ausdrücklich gewünscht wird.
- Ich lasse den Menschen ihre Meinung, auch wenn ich davon überzeugt bin, eine andere Lösung wäre besser.
- Tritt mir jemand kritisch gegenüber, prüfe ich die Angemessenheit. Ich bin nicht für die Gefühle der anderen Menschen verantwortlich.
- Ich spreche mein Mitgefühl aus und bin da, wenn Bedarf besteht und es gewünscht wird. Nicht für alle und nicht ständig. Ich lebe mein eigenes Leben, achte auf mein Wohlbefinden, strebe nach meinen eigenen Zielen.

Ich kann und will nicht die ganze Welt retten.

Ich kann und will dich nicht retten, wenn du meine Impulse nicht annehmen und nicht gerettet werden willst! Punkt!
 

Abgrenzung als Ausgrenzung
Ausgrenzung erfuhr ich schon sehr früh in meinem Leben. Bereits in den ersten Schuljahren spürte ich immer wieder am eigenen Leib, was es heisst, ausgegrenzt zu werden. Das zog sich wie ein roter Faden durch meine ganze Schulzeit, von der Primarschule bis hin zum Gymnasium. Ich war schon immer ein Mensch mit einem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Wenn ich mitbekam, dass eine Mitschülerin oder ein Mitschüler ungerecht behandelt wurde, stellte ich mich an ihre/seine Seite und setze mich für sie/ihn ein. Dadurch wurde ich immer wieder selbst ausgegrenzt, angepöbelt, gemobbt, schikaniert und verhauen. Doch das machte mir nichts aus. Mein Gerechtigkeitssinn war stärker.

Offen ausgetragene Diskriminierung
Es ist traurig, dass die sexuelle Diskriminierung auch im Jahr 2024 noch immer ein ganz grosses Thema ist. Sie wird nun halt unter dem Deckmantel von Genderismus und Pädokriminalität verdeckt ausgelebt. Nur wenige Menschen merken leider, was tatsächlich dahinter steckt und was hinter den Vorhängen tatsächlich abläuft. Es ist grausam, soviel kann ich hier verraten. Mehr allerdings nicht, denn das würde den Rahmen sprengen.

Reagierst du auf Unbekanntes mit Ablehnung und/oder Angst, grenzt du es aus?
Ist deine Meinung von der Kirche geprägt?
Richtest du deine Meinung danach aus, was «die Wissenschaft» oder so genannte «Experten» als "erwiesen" erachten?
Bildest du dir deine Meinung aufgrund vom Hörensagen u/o dem, was so in den Zeitungen und im Fernsehen berichtet wird?

Nein? Dann beglückwünsche ich dich, denn du gehörst zu einer Minderheit.

Selbsterfahrung
In einer derart negativ geprägten Gesellschaft ist es tatsächlich nicht weiter verwunderlich, dass diese Art der Diskriminierung schwer loszuwerden ist. Veränderungen bedeuten viel und mitunter harte Arbeit. Und diese Arbeit beginnt bei jedem Einzelnen. Sie beginnt bei mir und bei dir.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht du, wer dann?
Ich war selbst von derartiger Diskriminierung betroffen. Meine Mutter reagierte auf mein Coming Out mit totaler Ablehnung: «Du bist pervers!», schrie sie mich an, «weisst du, was du uns damit antust?» Ich wurde enterbt und hatte jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihr, und leider auch nicht mehr zu meinem Vater. Das war der Beginn meiner Alkoholsucht, meiner Depressionen und meiner jahrelangen Burnout-Karriere.
Aufgrund meiner zurückgewonnenen Selbstsicherheit und Gelassenheit habe ich meine Sucht überwunden, bin frei von Depressionen und Selbstzweifeln.
Ich weiss mich mittlerweile richtig abzugrenzen. Ich stehe konsequent für meine Werte und Würde ein und lasse Diskriminierung entweder nicht zu, oder stehe gelassen darüber. Dank dieser Eigenschaften entstand wieder ein sehr herzlicher Kontakt zu meinen Eltern, den wir bis zu ihrem Tod innig pflegten.

Ich habe gelernt, mit beiden Arten der Abgrenzung in einem für mich gesunden Mass umzugehen.
Dazu habe ich allerdings Jahre gebraucht.
In diesen vielen Jahren habe ich nicht nur mein Psychologiestudium abgeschlossen, sondern auch dank dieser Erfahrungen und Erkenntnisse mir ganz viel fundiertes Wissen erarbeitet und tiefe Weisheit im Umgang mit diesen Themen gewonnen. 
Mittlerweile habe ich dieses Wissen mit meiner Weisheit kombiniert und zu meinem Beruf gemacht. Ich arbeite mit viel Herz mit Klientinnen zusammen, die den Weg zu mir finden, an diesen Themen und zeige ihnen Möglichkeiten der gesunden Abgrenzung, ohne sich auszugrenzen.

Wie das geht, erfährst du, wenn du den Weg zu mir, in mein Atelier oder in meinen geschützten virtuellen Praxisraum findest.

Herzlich, monica

Zusammenarbeit

Wenn für dich eine Zusammenarbeit mit monica infrage kommt, schreibe ihr bitte eine 

Disclaimer von monica rehm - more4life®

 

Ich mache keine Heil- und Heilungsaussagen,
 gebe keine Heil- und Heilungsversprechen, 
und ich heile nicht.
 Ich stelle keine medizinische Diagnosen.
 Ich biete alltagstaugliche Lebens- und Soforthilfe.
 Dabei lege ich Wert auf die Aktivierung der Selbstheilungskraft
 sowie Einfachheit in der Anwendung und Klarheit im Prozess.
 Mein Mentoring ersetzt weder eine Psychotherapie,
 noch eine ärztliche u/o andere medizinische Behandlung. 
Ich bin diplomierte Psychologin, jedoch keine Psychotherapeutin,
 diplomierte Ernährungsberaterin,
 akkreditierte und zertifizierte Fettsäureberaterin
 zertifiziert für Familien- und systemische Aufstellungsarbeit 
und zertifizierte Mentaltrainerin.
 Ich arbeite selbstständig und biete die Einzelsitzungen
 entweder vor Ort in meinem Atelier oder online an.
 Ich wende sanfte und rein äusserliche Methoden an
 und setze keine zusätzlichen Mittel oder Mittelchen dabei ein.
 Ich betreibe keinen Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln u/o Kosmetika
 und biete solche Produkte auch nicht zum Verkauf an. 
Meine Impulse sind ausschliesslich für den privaten Eigengebrauch bestimmt.
 Sie sind mein geistiges Eigentum und dürfen weder vollständig noch auszugsweise kopiert, abgeschrieben, im Wortlaut und Layout abgeändert oder gleichlautend wieder verwendet und/oder an Dritte abgegeben werden.