Unsere Vagina ist wie unser Augapfel

1. Eine gesunde Vagina hat einen sauren pH-Wert. Sie riecht, und sie riecht säuerlich. Eine gesunde Vagina riecht. Immer. Eine geruchlose gesunde Vagina gibt es nicht.

2. Alle Frauen haben vaginalen Ausfluss. Alle. Das ist vollkommen natürlich und alles andere als unhygienisch. Dass dieser Ausfluss Spuren im Slip hinterlässt, ist ebenfalls total natürlich. Das ist weder eklig, noch unhygienisch. Die gesunde Ausscheidung weist den typisch säuerlichen Scheidengeruch auf und ist fast durchsichtig bis leicht weisslich. Anhand dieser Ausscheidung lässt sich sogar feststellen, ob eine Frau gerade empfängnisbereit ist oder nicht, respektive, ob sie generell fruchtbar ist oder nicht.

3. Jede Vulva ist anders. Die Vulva jeder Frau ist anders. Die Vulva ist der aussenliegende Teil der Vagina und ist von grossen und kleinen Schamlippen umrahmt. Praktisch keine, um nicht zu sagen gar keine Frau hat eine Vulva mit perfekt symmetrischen kleinen Schamlippen.

4. Ausser den von aussen sichtbaren Schamlippen, weist das Geschlechtsorgan jeder erwachsenen Frau auch eine Behaarung auf. Die Schamhaare. Zudem Haare an den Innenschenkeln und Beinen, in den Achselhöhlen, Haare um die Brustwarzen.

5. Diese Haare sind weder eklig, noch unhygienisch. Sie haben unterschiedliche Funktionen, wie zB physischer Schutz und Schutz vor Wärme oder Kälte. Wenn etwas unhygienisch ist, dann ist das die Enthaarung, vor allem im Intim-Bereich.
Bei jeder Art von Enthaarung, egal, ob Trocken- oder Nassrasur, durch Sugaring oder Waxing, wird die darunterliegende und umgebende Haut irritiert und werden ihr Mikroläsionen (Kleinstverletzungen) zugefügt. Zudem kann die Entfernung der Haare im Schambereich die gesamte Scheidenflora in eine unerwünschte Richtung verändern. Die Scheidenflora ist aus zahlreichen verschiedenen Bakterien zusammengesetzt, die die Funktion haben, den gesamten Bereich von Vagina und Vulva sauber, das heisst gesund, zu halten. Mit jeder Enthaarung steigt nicht nur das Risiko, dass sich einzelne Haare unter der Haut einkapseln, was zu mitunter schmerzhaften Entzündungen führen kann, sondern auch die Anfälligkeit für Hautallergien, Ausschläge, Ekzeme, Haut- und Scheidenpilze.

6. Der Glaube, dass die Klitoris klein sei, ist noch immer weit verbreitet. Die Klitoris erstreckt sich jedoch bis ins Innere der Vagina und weist eine durchschnittliche Grösse von 9 cm auf.

7. Sowohl die Vulva als auch der Penis werden durch Erregung grösser, weil dann mehr Blut durch sie hindurch fliesst.

8. Sowohl Frauen wie Männer können während ihres Orgasmus’ grosse Mengen an Flüssigkeit ausstossen. Das ist kein Pipi, ihr Lieben, und daran ist nichts Verwerfliches!

9. Scheidengeräusche während des Geschlechtsverkehrs (GV) oder bei anstrengenden Körperübungen sind übrigens ebenfalls völlig natürlich. Auch, dass es sich fast so anhört, als würden die betroffenen Frauen pupsen. Diese Scheidengeräusche entstehen, weil beim GV und beim Sport Luft von aussen in die Vagina gesogen wird, die dann wieder – häufig in Begleitung solcher Geräusche – entweicht.

10. Hingegen ist es absolut nicht normal, wenn eine Frau beim GV Schmerzen hat!
Frauen sind keine aufblasbaren Gummipuppen.
Sie fühlen sich nicht in jeder Stellung wohl. Und sie sind nicht verpflichtet, Schmerzen zu haben, nur weil es sich für den Partner/die Partnerin gerade angenehm anfühlt. Wenn sich eine Position für dich als Frau unangenehm anfühlt, und wenn sie dir wehtut, dann nimm sie nicht ein!
Wenn das Eindringen oder gewisse Arten des Eindringens für dich unangenehm bis schmerzhaft ist/sind: Dann lasse das nicht zu!
Der sexuelle Akt besteht nicht nur aus Eindringen, sondern aus viel mehr; es ist anders, als die meisten Männer denken.
Sobald es für dich unangenehm ist, sobald es dir wehtut und du Schmerz(en) empfindest, teile es deinem Partner mit und bitte ihn, sofort damit aufzuhören. Hört er damit nicht auf und/oder macht sogar noch weiter, musst du dich aus dieser Lage wenn immer und so rasch wie möglich befreien. Wenn nötig auch unter Zuhilfenahme deiner körperlichen Kräfte.

11. Nach dem GV ist es auf jeden Fall gut, Pipi machen zu gehen, denn das hilft, Infektionen des Urogenitaltraktes vorzubeugen.

12. Die Vagina weist eine Muskulatur auf, die du mittels bestimmter Übungen, wie dem Beckenbodentraining, kräftigen und besser steuern kannst. Beckenbodentraining beugt ebenfalls Infektionen des Urogenitaltraktes vor und hilft, diesen Körperbereich einerseits (noch) näher kennen zu lernen und anderseits besser in Kontrolle zu haben.

13. Der erste Sex ist eine Sache, eine andere Sache ist die mit dem Jungfernhäutchen. Nur weil angeblich das Jungfernhäutchen reisst, bedeutet das noch lange nicht den «Verlust der Jungfräulichkeit».

14. Es braucht weder Intimwäsche noch Intimdusche. Unser Körper ist sehr intelligent. Die Ausscheidung von Flüssigkeiten aus dem Vaginalbereich dient dessen Reinigung und der Entfernung toten Zellmaterials. Aussen waschen reicht völlig aus und hält die Scheidenflora im gesunden Gleichgewicht.
Es braucht zu diesem Zweck auch keine besondere und/oder sehr teure Spezialseife. Eine geruchsneutrale Glycerinseife reicht vollends aus, denn je weniger Inhalts-, Zusatz- und Farbstoffe eine Seife aufweist, desto besser ist sie für das allgemeine Wohlbefinden.
Benutze weder Binden noch Hygienetücher, die mit einem aromatischen Duft behandelt wurden, damit sie angeblich einen Wohlgeruch verbreiten. Sie sind schlicht schädlich für die Scheidenflora. Bevorzuge stets die geruchlose Variante. Und übrigens tust du dir und deiner Vagina mit dem Tragen von Slips aus Naturfasern, am besten 100% Bio-Baumwolle aus verantwortungsvollem Anbau, den grössten gesundheitlichen Gefallen.

15. Es ist völlig natürlich, dass die eine der zwei weiblichen Brüste grösser ist als die andere. Brüste sind nie gleich gross. Auch das ist völlig natürlich.

16. Frauen haben Cellulite. Sie betrifft 99% aller Frauen. Cellulite ist keine Krankheit.

17. Auch die weibliche Haut hat Poren. Diese absulut reine Photoshop-Haut, die gibt es nicht. Poren sind keine Frage der Gesundheit, sondern höchstens vielleicht eine Frage der Ästhetik. Poren mit Make-Up zu übertünchen, sprich zuzukleistern, bringt allerdings die darunterliegende Haut nicht nur zum Ersticken, sondern kann sogar echt gravierende Hautprobleme verursachen.

18. Frauen werden reifer. Reifer werden ist auch keine Krankheit. Die Anzeichen von Reifung im Gesicht von Frauen, sprich die Fältchen und Falten, sind ebenfalls keine Krankheit. Sie entstehen, weil auch Frauen sich mittels Mimik ausdrücken. Es sind dies Zeichen des Lebens, entstanden durch den Ausdruck von Gefühlen, Weinen, Lachen.

Disclaimer:
Ich mache keine Heil- und Heilungsaussagen, gebe keine Heil- und Heilungsversprechen,
und ich heile nicht.
Ich stelle keine medizinische Diagnosen.
Ich biete alltagstaugliche Lebenshilfe.
Dabei lege ich Wert auf Einfachheit in der Anwendung und Klarheit im Prozess.
Meine Empfehlungen und Tipps ersetzen weder eine Psychotherapie, noch eine ärztliche Behandlung.
Sie ergänzen sie.
 
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Originaltext: Netzfund, Spanisch
Übertragung ins Deutsche und Ergänzungen ©2022 monica
 
Bild: Netzfund, Layout: monica